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Arbeitsfeld Stadt- und Regionalentwicklung.

Mittelstreifen An der Urania / Lietzenburger Straße

Aktivierende Befragung und Design Thinking in der Stadtentwicklung

 

Das Umfeld des Wittenbergplatzes in Berlin-Schöneberg genießt aufgrund seiner zentralen Lage eine hohe Bedeutung für den Berlin-Tourismus. 2013 wurde eine Machbarkeitsstudie zur baulichen Verdichtung des Straßenraumes mit den lokalen Akteuren diskutiert. Die Bürger*innen lehnten eine Bebauung der Mittelstreifen ab und forderten eine bestandsorientierte Aufwertung und Umgestaltung der bestehenden Freiflächen.
Daraufhin hat ab August 2014 BÜRO BLAU im Auftrag des Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg einen Partizipationsprozess mit den Anwohner*innen und Hoteliers organisiert, durchgeführt und moderiert. Ziel war die Aktivierung der Akteure zur Mitwirkung an einer Verbesserung des Erscheinungsbilds und der Nutzungsmöglichkeiten der Mittelstreifen durch bestandorientierte Umgestaltungen sowie zur Mitwirkung an der anschließenden dauerhaften Pflege.
BÜRO BLAU hat eine Aktivierende Befragung mit einem Design Thinking-Prozess kombiniert. Mit der aus der Produktentwicklung stammenden Methode Design Thinking werden in interdisziplinären Teams neue Ideen entwickelt und Lösungen aufgezeigt. Die Methode wurde hierzu erstmals für diesen Prozess der Stadtentwicklung adaptiert. Als besonderes Merkmal stehen die Anforderungen der Nutzer*innen im Fokus. Die am Partizipationsprozess beteiligten Akteure formulierten hierfür Nutzungs- und Gestaltungsanforderungen und Ideen. Anhand der Ergebnisse einer bewohnergetragenen Aktivierenden Befragung und der Befragung der Hoteliers sowie anhand eigener Erfahrungen wurde in dem mehrstufigen, in rückläufigen Schlaufen erfolgenden Verfahren von einer aktivierten Bürgergruppe eine Freiflächenplanung entwickelt und als Modell, dem sogenannten Prototyp, dargestellt. Die Tests des Prototyps erfolgten in Diskussionen am Modell mit der zuständigen Behörde, dem Grünflächenamt, und mit den künftigen Nutzer*innen, den Anwohner*innen und Tourist*innen, an Aktionstagen auf den Mittelstreifen. Auf diese Weise konnte sichergestellt werden, dass die Interessen zukünftiger Nutzer*innen berücksichtigt wurden.
Im Rahmen des Prozesses erstellten die Mitwirkenden eine konkrete, differenzierte Planung für die verschiedenen Abschnitte der Mittelstreifen. Außerdem wurden verschiedene Mitmach-Aktionen durchgeführt: Mit einer Bestuhlungsaktion wurden die Standorte der Möblierung vor Ort festgelegt. Im ersten Schritt der Umgestaltung wurden Ende 2015 rund 6.500 frühjahrsblühende Blumenzwiebeln von den Anwohner*innen gepflanzt. Im Anschluss an das Projekt erhält die Bürgergruppe, die sich für die Umgestaltung und Pflege der Freiflächen verantwortlich zeigt, Unterstützung für die Umsetzung von einem Landschaftsarchitekten. Größere Bauleistungen werden vom Grünflächenamt an Firmen vergeben.